Wer steckt dahinter?

Hallo liebe Kommilitonen,

ihr habt mich bestimmt schon mal gesehen…

Ich bin Manuela, aktuell 31 Jahre alt, und stehe am Anfang meines Studiums (erstes Semester neigt sich dem Ende), im Studiengang Cross Media, an der Hochschule Magdeburg Stendal. Da ich keinen ersten akademischen Grad mitbringe, werde ich meine Eingangsprüfung im nächsten Semester angehen. Genau deshalb finde ich diesen Studiengang passend für mich.

Nun ein bisschen zu mir: Ich bin sehr Sportbegeistert, seit mehr als 15 Jahren aktiv im historischen Schützenverein St. Hubertus Neustadt-Wied. Dort nehme ich regelmäßig an Wettkämpfen teil, was mir sehr viel Freude und Spaß bereitet. Für mich ist der Teamgeist, das Für- und Miteinander immer wichtiger als der Sieg oder der erste Rang in der Tabelle, trotzdem konnte ich hier einige große Erfolge verbuchen (Bezirks-, Diözesan- und Bundesschülerprinzessin 1998).

Ein großes Projekt meines beruflichen Werdegangs war meine Selbstständigkeit im Theater- und Bühnenbau und vorallem Spielwaren. Für LARP (LiveActionRolePlaying), quasi Herr der Ringe in Echt mit Kostümen (Ritter, Elfen, Zwerge, Orks), habe ich damals Schaumstoffwaffen wie Schwerter, Äxte, Schilde und Co. hergestellt und vertrieben. Mein damaliger Onlineshop (Rabenschnabel.com) war ein ständig wachsendes System, das ich mit Herzblut und viel Enthusiasmus bis zum Schluss gepflegt habe.

Meine Heimat ist ein kleines Dorf Namens Jungfernhof (25 Häuser) im schönen Westerwald, ein sehr ländliches Gebiet, und das bis heute. Im Nachbarort Neustadt-Wied habe ich die allgemeinbildenden Schulen besucht und den großteil meiner Jugend verbracht. Verschiedene Wünsche für meine berufliche Zukunft haben mich auch damals schon einiges Ausprobieren lassen: Praktika im Kindergarten, Schnuppertag in verschiedenen Berufen etc. Mein Orientierungspraktikum (9. Klasse) habe ich in einer Druckerei absolviert. Nach der Realschule zog es mich dann in die weite Welt (zumindest kam es mir so vor): Zur Ausbildung nach Rheinbach, in die Nähe von Bonn. Dort habe ich eine schulische Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten mit dem Schwerpunkt Grafik absolviert, und parallel mein Fachabitur gemacht – die Ausbildung ist das schulische Äquivalent zum klassischen Mediengestalter. Hier entdeckte ich meine Leidenschaft für die digitale Welt und natürlich die neuen Techniken im Bereich Gestaltung. Aber auch klassische Grundlagen konnte ich mir im hauseigenen Siebdruckstudio oder auch eigene Filmentwicklung im Photostudio (mit Dunkelkammer) aneignen.

Während meiner Ausbildung absolvierte ich einige Praktika in denen ich auch erste reale Projekte vor allem im Bereich Satz und Anzeigen umsetzte. Durch den großen Praxisbezug rutschte ich im Anschluss direkt in die Praxis, in eine kleine Werbeagentur in der ich einige Jahre verbrachte und alles rund um Verlag, Corporate Design, Logo bzw. Branding, und, und, und lernte – Full Service halt. Durch einen großen Kunden der Agentur, der bis heute Designprodukte vertreibt, konnte ich mich gut einbringen, beginnend beim Satz von Prospekten, Illustrationen, Produktfotografie, Messe und bis hin zum Webauftritt.

In mir wuchs damals schon der Wunsch zu studieren, den ich aber erstmal auf Eis legte, da es Jobtechnisch gerade gut lief. Parallel zum Agenturleben bin ich in dieser Zeit nebenberuflich Selbstständig gewesen, mit allen Vor- und Nachteilen der Selbstständigkeit: Viel Arbeit für wenig Geld, Termindruck, Priorisieren der Aufgaben und alles Organisatiorische, wie Buchhaltung, Korrespondenz und Betriebsentwicklung. Durch die internationale Kundschaft verbesserte dies meinen englischen Sprachgebrauch erheblich. Leider sind Theater-, Bühnenbau, Filmrequisiten und Spielwaren eine brotlose Kunst, wenn man nicht zu den ganz Großen gehört. Viel habe ich damals mit meinem Lebensgefährten komplett selbst entwickelt und umgesetzt. Über einen Onlineshop zum Thema LARP (LiveActionRolePlaying) habe ich die hergestellten Produkte verkauft. Natürlich habe ich auch Haltbarkeits- und Belastungstests der produzierten Ware durchgeführt, man ist als Selbständiger Produzent, Qualitätsmanager und Vertriebler in einem. Zu dieser Zeit habe ich auch ein paar Kostüme und Requisiten für das kleine freie Theater TALTON hergestellt, für ein Märchenfestival: Eine Meerjungfrau bzw. den Fischschwanz, für einen Satyr die Hörner, Fellhose und Hufe (äh) bzw. Schuhe…Ein paar Dinge sind auch auf den Musicalbühnen Deutschlands gelandet: Hellebarden für Wicked das Musical.

Nach mehreren Jahren auf dieser Spielwiese gab ich meine Selbstständigkeit auf um mich beruflich weiter zu entwickeln – man kann halt nicht auf mehreren Pferden gleichzeitig gut reiten, trotzdem möchte ich diese Zeit nicht missen.

Ich besann mich auf die Wurzeln meiner ursprünglichen Ausbildung, die mir schon damals sehr viel Know-How gebracht haben – den Druckbereich! Eine Großformat-Digital-Druckerei die auch Messebau anbietet wurde meine nächste Station für ein zwei Jahre, wo ich wieder viel mit Technik zu tun hatte. Großformatdrucke herstellen, Folienschriften und Daten aufbereiten waren dort meine Hauptaufgaben.

Im klassischen Satz und Druckbereich war ich gut unterwegs, doch es kristallisierte sich kein neuer Job heraus. Um mein Kompetenzfeld zu erweitern, vor allem in die Onlinerichtung, absolvierte ich eine Weiterqualifizierung zum Webdeveloper (Webdesign und Webprogrammierung). Ein Thema welches mich schon zur Phase meiner Selbstständigkeit gereizt hat.

Seit zwei Jahren bin ich ein einem neuen Themengebiet unterwegs: eLearning Solutions bei der Bonner Akademie (eine Tochtergesellschaft der Zurich Versicherung). Hier habe ich schon einige neue Lernprogramme zur Vermittlung neuer Kompetenzen und Fähigkeiten mitentwickeln dürfen.

Mit diesem Studium möchte ich mir neue Karrierewege eröffnen. Vorrangiges Ziel ist natürlich das Studium erfolgreich abschließen und in dessen Schlussphase nach neuen Berufen und Berufungen zu suchen, in denen ich meine neuen Erfahrungen und Kompetenzen auch einbringen kann. Ich möchte neuen Handlungspielraum durch die fundierte und methodische Ausbildung gewinnen und nicht wie aktuell nur einfacher Servicedienstleister im unteren Dienst-Segment zu sein.

Ich freue mich auf die große Herausforderung des Studiums und bin gespannt auf die vielen unterschiedlichen Charaktere und Fähigkeiten meiner Kommilitonen!

Liebe Grüße

Manuela

Schreibe einen Kommentar